Sicher, sauber, günstig

Nach einem Tankunfall wird die Sicherheit von Erdgasautos öffentlich diskutiert. Dabei zeigen Tests, dass sie genauso sicher sind wie Benziner oder Diesel.

Erdgasautos sind eine echte Alternative. Deshalb kündigte die Bundesregierung eine Verlängerung der Steuervergünstigung für Erdgas als Kraftstoff über 2018 hinaus an. Doch das positive Signal aus Berlin verhallte fast unbemerkt. Denn kurz nach Bekanntgabe der Pläne platzte einer der vier Tanks eines erdgasbetriebenen VW Touran beim Tanken. In vielen Medien war fälschlicherweise zu lesen, dass es zu einer Explosion kam. „Der Tank ist geborsten. Es gab weder Hitze noch Feuer“, erklärte Michael Oppermann, Pressesprecher des Verbandes Zukunft Erdgas“ gegenüber der Autogazette.

Wichtig zu wissen: Für das betroffene Fahrzeugmodell, einen VW Touran ecofuel, galt bereits seit mehreren Monaten eine Rückrufaktion des Herstellers. Bei den Erdgastanks dieses Modells kann es laut Volkswagen zu Korrosionsschäden an der Außenhaut kommen. Halter sollten deshalb den Erdgastank austauschen lassen. Bis dahin sollten Fahrer der betroffenen Fahrzeuge nur Benzin tanken. Die gleiche Empfehlung hat VW für die Erdgasmodelle der Typen Caddy und Passat bis Baujahr 2010 ausgesprochen.

Mit Sicherheit: Freude am Sparen!

Der Vorfall in Niedersachsen sorgte für das Aufflammen alter Vorurteile in puncto Sicherheit von Erdgasfahrzeugen. Dabei gilt grundsätzlich: Die Betankung mit Erdgas ist sicher. Crash-Tests des ADAC haben gezeigt, dass der Gastank die stabilste Komponente des Fahrzeugs ist und allen zu erwartenden Belastungen Stand hält. Explosionen sind faktisch auszuschließen. Die Sicherheitsreserven sind mehr als großzügig: Denn der Berst-Druck der Tanks liegt bei bis zu 600 bar. Dreimal mehr als der normale Betriebsdruck der lediglich 200 bar beträgt.

Die Befürchtung mancher Autofahrer, das Brandrisiko sei höher als bei anderen Treibstoffarten, ist unbegründet. Jeder Tankbehälter verfügt über vier Sicherheitsfunktionen: Zunächst einmal sorgt ein elektrisch gesteuertes Magnetventil dafür, dass das Gas nur bei eingeschalteter Zündung oder bei laufendem Motor strömen kann. Ein Rückschlagventil schaltet den Gasfluss automatisch ab, wenn die Leitungen ein Leck aufweisen. Im Falle eines Fahrzeugbrands lässt eine Schmelzsicherung das Gas kontrolliert entweichen. Zusätzlich ist es möglich, jede Gasflasche mit einem manuellen Ventil zu schließen.

Baustein für die Verkehrswende

Zugegeben, solch ein tragischer Unfall verleitet zum Grübeln. Aber die Tatsache, dass er – wenn alles nach den Empfehlungen von VW gelaufen wäre – nie hätte passieren dürfen, sollte den Fokus wieder auf die vielen guten Argumente für Erdgas als Kraftstoff lenken. Allen voran: Erdgas ist günstig und umweltschonend. Aktuelle Modelle stoßen bis zu 25 Prozent weniger klimaschädliches CO2 aus als vergleichbare Benziner, emittieren kaum Feinstaub und bis zu 95 Prozent weniger Kohlenwasserstoffe und Stickoxide. Die Werte verbessen sich noch deutlich, wenn dem Kraftstoff Bioerdgas beigemischt wird, was inzwischen häufig passiert. Diese guten Umweltwerte sind der Grund, warum die Bundesregierung Erdgasautos als wichtigen Baustein für die Verkehrswende betrachtet.