Heizung: Eine Frage der Einstellung

Wie Sie Ihre Heizung fit für den Winter machen: Jörg Dehne, Obermeister der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Ennepe-Ruhr, im Interview.

Herr Dehne, was sollte man vor Beginn der Heizsaison beachten?

Das Wichtigste ist, dass die Heizung betriebsbereit und alles richtig eingestellt ist. Sie kann grundsätzlich nur dann optimale Effizienz erreichen, wenn alle Komponenten, also Heizkessel, die Regelungsparameter in der Steuerung, die Umwälzpumpe und die Thermostatventile an den Heizkörpern bzw. Fußbodenheizung, richtig abgestimmt sind. Dieses Optimum zu erhalten, ist neben dem Bau von Heizungsanlagen eine der zentralen Aufgaben des Heizungsfachmanns. Für optimale Effizienz und Komfort gehört eine Heizungsanlage regelmäßig gewartet. Ist dies noch nicht geschehen, wäre es an der Zeit.

Und dann den Fachmann zum Heizungs-Check anrufen?

Ganz genau. Und der könnte noch zwei Sachen überprüfen: den hydraulischen Abgleich – dieser hilft die Wärme gleichmäßiger im Haus zu verteilen und verbessert den Wirkungsgrad der ganzen Anlage. Das steigert den Komfort, und es lassen sich in einem Einfamilienhaus schnell über 100 Euro und mehr im Jahr sparen. Übrigens, wer eine neue Heizungsanlage kauft, sollte im Angebot darauf bestehen, dass der hydraulische Abgleich mit enthalten ist. Er ist auch vielfach Voraussetzung dafür, Förderprogramme in Anspruch zu nehmen.

Und der zweite Rat?

Der betrifft das Herz der Wärmeverteilung, die Umwälzpumpe. Man sollte bei älteren Pumpen testen, ob sie nicht zu hoch eingestellt wurden. Stellen Sie ruhig mal von Stufe 3 auf Stufe 1 runter und prüfen Sie, ob das warme Wasser noch in allen Heizkörpern ankommt. Viel besser können das jedoch moderne selbstregulierende Hocheffizienzpumpen. Die mindern auch Fließgeräusche und brauchen nur noch ein Bruchteil an elektrischer Energie. Das kann zusätzlich Stromkosten von 50 bis 150 Euro pro Jahr einsparen.

Haben Sie noch einen weiteren Tipp?

Achten Sie bei der Planung eines Pumpenaustauschs darauf, dass dadurch nicht die Gewährleistung entfällt. Das kann bei manchen Anlagen der Fall sein. Und nicht einfach „Plug and Play“. Die richtige versierte Einstellung ist entscheidend. Auch nicht unwichtig: Solche Optimierungsmaßnahmen lassen sich zum Teil auch von der Steuer absetzen.


Fakten und gute Argumente

  • 83 Prozent des Energieverbrauchs in deutschen Haushalten geht auf die Kosten der Wärme: rund 70 Prozent für die Heizung, knapp 13 Prozent fürs warme Wasser.
  • Je älter die Heizung, desto geringer der Wirkungsgrad: älter als 24 Jahre = unter 65 Prozent, 10–24 Jahre = unter 85 Prozent, jünger als zehn Jahre = über 98 Prozent.
  • Eine Untersuchung der Verbraucherzentrale NRW ergab, dass zwei Drittel der Brennwertgeräte ihr Potenzial für Energieeinsparung nicht nutzen.

Zuschuss von der AVU

Heimatvorteil

Wer seine Heizung modernisieren möchte, bekommt von der AVU einen saftigen Bonus! Für die Umstellung von Öl, Kohle, Wärmespeicher oder Flüssiggas auf Erdgas oder eine Wärmepumpe gibt es 800 Euro Zuschuss. Auch bei der Entsorgung des alten Geräts gibt es Unterstützung. Mehr Infos unter: www.avu.de/umstellbonus