Statt auf Braunkohle lieber auf Gas setzen

Eine Studie zeigt: Bis zu 9.000 MW Erzeugungsleistung in Braunkohlekraftwerken könnten stillgelegt werden, mit mehr positiven als negativen Auswirkungen.

Der Gaswirtschaftsverband Zukunft Erdgas hat eine Kurzstudie in Auftrag gegeben. Dabei wurden die Auswirkungen eines teilweisen Ausstiegs aus der Braunkohleverstromung in drei Szenarien analysiert: Im ersten Szenario wird die Stromerzeugung unter heutigen Bedingungen fortgeführt, in den beiden anderen Szenarien werden einmal 5.000 Megawatt (MW) beziehungsweise 9.000 MW Braunkohlekraftwerksleistung stillgelegt.

Der CO2-Ausstoß kann deutlich gesenkt werden

Innerhalb von fünf Jahren könnten 9.000 MW Erzeugungsleistung in Braunkohlekraftwerken stillgelegt werden, indem man bestehende Gas- und Steinkohlekraftwerke stärker nutzen würde. Dadurch würde der CO2-Ausstoß deutlich sinken – jährlich etwa um 58 Millionen Tonnen – ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden oder die Strompreise drastisch in die Höhe zu treiben. Bislang sind deutsche Gaskraftwerke nur zu 35 Prozent ausgelastet, während die deutlich ineffizienteren Braunkohlekraftwerke mit 78 Prozent Auslastung laufen.

3 Jahre später zum Klimaziel

Aus der Studie geht auch hervor, dass sich bis zum Jahr 2023 die CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung bei einer Stilllegung der Braunkohlekraftwerke von 9.000 MW auf 267 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr reduzieren. Damit würde das Klimaziel, nämlich die Verringerung des CO2-Ausstoßes um 40 Prozent gegenüber 1990, mit drei Jahren Verspätung erreicht werden. Je früherer das eigentlich für 2020 angepeilte Emissionsminderungsziel geschafft werde, desto besser sei das für das Klima, so Stephan Kohler, der Aufsichtsratschef von Zukunft Erdgas. Das gezielte Umschalten auf Gaskraftwerke mache es möglich, den gleichzeitigen Ausstieg aus der Kernkraft und aus der Braunkohle zu moderieren.