Mehr Leitungswasser, bitte!

EU-Parlament: Zugang zu Wasser soll flächendeckend verbessert, Schadstoffwerte begrenzt werden.

Die Abgeordneten des EU-Parlaments wollen die europäischen Bürger dazu animieren, mehr Leitungswasser zu trinken. Die Mitgliedsstaaten seien dazu aufgerufen, den Zugang zu Wasser zu verbessern. Die Schadstoffgrenzwerte für Leitungswasser sollen indes verschärft werden.

Mehr Wasser für alle

Laut dem EU-Parlament sollen die europäischen Mitgliedsstaaten den Zugang zu Trinkwasser für ihre Bevölkerung verbessern, etwa durch kostenfreies Leitungswasser in Restaurants oder öffentlichen Trinkwasserbrunnen. Das soll die Verwendung von Plastikflaschen reduzieren und Müll vermeiden. Zusätzlich würden die Maßnahmen dazu beitragen, dass Wasser flächendeckend zur Verfügung steht. Denn laut Bürgerinitiative Right2Water fehlt eine Million Menschen in der EU der Zugang zu Trinkwasser, weiteren acht Millionen zu sanitären Anlagen. Verpflichtend sind die Maßnahmen des EU-Parlaments jedoch nicht – eine entsprechende Forderung scheiterte am Widerstand der konservativen und liberalen Parteien.

Schärfere Schadstoffgrenzwerte

Die Abgeordneten stimmten auch für schärfere Grenzwerte für Schadstoffe in Leitungswasser. So soll beispielsweise der Höchstwert für Blei halbiert werden. Die Qualität des Leitungswassers sei allerdings EU-weit sehr gut, so die EU-Kommission. Der Gehalt von Arzneimitteln oder Mikroplastik in Leitungswasser ist bislang noch nicht begrenzt, soll aber beobachtet werden. Zu einem späteren Zeitpunkt plant die EU-Kommission dazu einen Bericht vorzulegen. Darin soll auch auf die Auswirkungen dieser Stoffe auf die Gesundheit eingegangen werden.