Efeu als natürlicher Dämmstoff?

Neue Tests zeigen die klima- und luftfreundlichen Eigenschaften von Efeu an Außenfassaden.

Efeu an der Hausfassade sieht man in Deutschland immer seltener. Zu schlecht ist sein Ruf als kletterndes Unkraut, das Wände schädigt und nie komplett entfernt werden kann. Doch die Kletterpflanze hat auch Vorteile für Luft und Raumtemperatur. Laut neuen Testversuchen wirke sie wie eine natürliche Dämmung.

Efeu: natürliche Klimaanlage

Dass Efeu an Außenfassaden klimapuffernd wirkt, ist keine neue Erkenntnis. Wie viel der Außentemperatur durch die Kletterpflanze absorbiert werden kann, zeigen neue Tests einer Forschergruppe um Hans-Georg Edelmann, Professor für Biologie-Didaktik an der Universität zu Köln: Während Sensoren an einer blanken Fassade im Sommer Temperaturen von 50 bis 60 Grad gemessen haben, erhitzte sich die Efeuwand bei gleicher Sonnenbestrahlung auf maximal 31,5 Grad. „Dass der Unterschied so groß ist, hat mich selbst überrascht“, sagt Edelmann. Das macht nicht nur die Raumtemperatur deutlich angenehmer, sondern reduziert auch die mechanische Belastung für die Baumaterialien durch häufiges Auf- und Abkühlen. Die Testversuche zeigen zudem, dass Efeu bis zu 40 Prozent der Feinstaubpartikel auffängt und – wie alle Grünpflanzen – Kohlendioxid absorbiert. Damit verbessert Efeu auch die Luftqualität in seiner Umgebung.

Vorsicht beim Mauerwerk

Weitere Versuche sollen zeigen, ob durch die Efeubegrünung auch Energie eingespart werden kann. „Man kann aber davon ausgehen, dass die Pflanzen wie eine natürliche Dämmung wirken“, sagt Edelmann. Aufpassen sollten Hauseigentümer allerdings beim Mauerwerk. Denn Efeu kann in Fassadenrisse wachsen und die umgebenden Materialien auseinanderdrücken. Bei gesundem Mauerwerk bestehe allerdings keine Gefahr, so der Biologe.