30 Jahre Tschernobyl

Heute jährt sich die Atomkatastrophe in Tschernobyl zum 30. Mal. Was die Deutschen heute über Kernkraft denken, zeigen Ergebnisse einer aktuellen Umfrage.

30 Jahre nach der bisher größten Atomkatastrophe in Tschernobyl halten 85 Prozent der Deutschen über 45 Jahre einen ähnlich schweren Unfall auch in Mittel- und Westeuropa für möglich, so ein Ergebnis einer TNS-Emnid Umfrage im Auftrag von Greenpeace. Obwohl die Bundesrepublik ihre sieben ältesten Kernkraftwerke (KKW) und den Reaktor in Krümmel bereits im Jahr 2011 abschaltete und den Atomausstieg beschloss, drohen riskante Pannenreaktoren in den französischen, belgischen und Schweizer Grenzgebieten bei einem Unfall Deutschland radioaktiv zu verseuchen. Den Menschen sei die große Gefahr durch marode KKW in Deutschland und den Nachbarländern sehr bewusst, so Greenpeace. Tschernobyl zeige, dass uns die Folgen eines solchen Unfalls vor schier unlösbare Probleme stellen. Europa müsse daher schnellstmöglich aus der Kernkraft aussteigen.

Gefahr in unmittelbarer Nähe

Neun KKW in Belgien, Frankreich, Tschechien und der Schweiz liegen weniger als 100 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, darunter die belgischen Risikomeiler Tihange und Doel und das französische Uralt-KKW Fessenheim. Berechnungen zur radioaktiven Ausbreitung zeigen, dass im Falle eines Super-GAU weite Teile Deutschlands vom radioaktiven Niederschlag betroffen wären.

Schwere Folgen nach Tschernobyl

Nach der Explosion in Reaktor 4 des ukrainischen AKW wurden am 26. April 1986 gewaltige Mengen Radioaktivität freigesetzt und zogen mehrmals um die Welt. Besonders Süddeutschland wurde in erheblichem Maße verstrahlt. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, in Belgien, Frankreich, Tschechien und der Schweiz mehr Druck für ein schnelles Abschalten der Reaktoren zu machen.