Licht als Medizin

Licht wird schon länger erfolgreich therapeutisch eingesetzt, vor allem bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte.

Sie sind mit Wellenlängen im ultravioletten (UV) Spektralbereich gut zu behandeln. Bewährt haben sich Lichttherapiegeräte – kompakte, künstliche Lichtquellen mit hoher Lichtintensität – auch im Kampf gegen die so genannte Winterdepression. Ganz neu ist dagegen der Ansatz, mit Leuchtdioden Schmerzen zu lindern.

Wie positiv Sonnenstrahlen auf Körper und Geist wirken, fällt ganz besonders im Spätherbst auf, wenn sich die Sonne rar macht und die Tage sehr kurz werden. Viele Menschen fühlen sich dann müde und antriebslos, manche sogar niedergeschlagen: Dieses Phänomen kennt man als „Winterdepression“ oder „Winterblues“.

Lichttherapie macht munter

Woran liegt es? Bekommt der Körper weniger natürliches Tageslicht, produziert er weniger vom Muntermacher Serotonin und mehr vom Hormon Melatonin, das unsere Energie „herunterdimmt“ und schläfrig macht. Lichttherapie kann den Mangel an Tageslicht kompensieren und so das innere Gleichgewicht wieder herstellen. Sie regt das Gehirn dazu an, mehr vom Botenstoff Serotonin auszuschütten und baut Melatonin ab. Eine Sitzung von 30 Minuten in ca. einem Meter Entfernung vor einer fluoreszierenden Lampe mit 5000 bis 10.000 Lux genügt, um neue Energie zu tanken und die Stimmung nachhaltig aufzuhellen. Bei einer schweren Depression kann Lichttherapie selbstverständlich nicht die ärztliche Behandlung ersetzen, allenfalls ergänzen.

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Mit LEDs gegen Schmerzen

Aktuelle Forschungen zur therapeutischen Wirkung von Licht haben gezeigt, dass blaues Licht von Leuchtdioden (LEDs = Licht emittierende Dioden) im Körper biochemische Prozesse auslöst, die Schmerzen lindern können. Blaues Licht mit einer Wellenlänge von 453 Nanometern strahlt wohltuende Wärme aus und setzt bis in die tieferen Hautregionen Stickstoffmonoxid (NO) frei. Das erhöht die Durchblutung, die Muskeln werden verstärkt mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und entspannen sich. Darüber hinaus vermindert NO an den Nervenenden die Weiterleitung von Schmerzempfindungen, indem es den Botenstoff Guanosinmonophosphat bildet. Prof. Dr. Christoph Suschek (Universität Düsseldorf) nennt als weiteren Vorzug, dass NO die Heilung von verletzten Muskeln unterstützt.

Blaues Licht statt Pillen?

Schmerz wird so auf natürliche Weise gelindert, ohne den Körper zusätzlich zu belasten – eine gute Nachricht vor allem für Patienten mit chronischen Rückenschmerzen, die gezwungen sind, diese ständig mit Medikamenten zu bekämpfen. Sie müssen keine Nebenwirkungen durch chemische Substanzen mehr befürchten. Das blaue LED-Licht selbst ist, im Unterschied zu ultravioletten Strahlen, ungefährlich.

Eine Tochterfirma des Elektronikkonzerns Philips, das „Philips Light & Health Venture“, bringt demnächst das Gerät „BlueTouch“ auf den Markt (genauer: in die Apotheken). Das ist ein Lichttherapiegerät aus flexiblen LED-Einheiten, das voraussichtlich 250 Euro kosten wird. Die Patienten könnten es mit speziellen Haltebändern an ihrer „Problemzone“ befestigen, diskret unter der Kleidung und auch unterwegs tragen, kündigte das Unternehmen an. Aktuell werden noch mehrere Studien durchgeführt, um den Nutzen des Geräts zu testen, unter anderem an den Schmerzzentren der Universitätsklinik Heidelberg.