Frühjahrs-Check für die Solaranlage

Wetterschäden und Schmutz beeinträchtigen das Potenzial einer Solaranlage. Ein Frühjahrs-Check sorgt für den bestmöglichen Ertrag.

Die Sonnenernte fällt magerer aus als gedacht? Dann ist ein Frühjahrs-Check für Ihre Solaranlage fällig. Schäden durch Schnee, Eis oder Hagel, Verschmutzung durch Laub und Vögel oder auch Tierverbiss können dazu führen, dass das System nicht die volle Leistung abrufen kann. Der beste Zeitpunkt für eine Inspektion ist im März und April, wenn die Sonne intensiver und länger scheint. Den Check sollte immer ein Fachmann durchführen. Zum einen besteht Unfallgefahr, wenn Ungeübte auf das Dach klettern, zum anderen kann es durch unsachgemäßes Betreten zu Schäden an der Anlage kommen. Der Preis für eine Inspektion hält sich mit rund 100 bis 150 Euro in Grenzen. Zudem macht der höhere Ertrag nach einem beseitigten Mangel oft die Kosten der Kontrolluntersuchung wett. Außerdem lassen sich die Ausgaben als Betriebskosten bei der nächsten Steuererklärung geltend machen. Manche Solaranlagenbesitzer schließen einen Wartungsvertrag ab. Das hat den Vorteil, dass im Preis oft ein Notdienst und kleinere Instandsetzungen enthalten sind.

Das überprüft der Fachmann

Bei einer Photovoltaik(PV)-Anlage checkt der Techniker, ob alle Module intakt sowie frei von Schmutz sind, ob Zähler und Wechselrichter korrekt arbeiten und Kabel und Stecker funktionieren. Weisen Leitungen etwa an manchen Stellen einen ­höheren Widerstand auf, hat wahrscheinlich ein Marder an den Kabeln geknabbert – das kann zu Kabelbrand führen. Bei thermischen Solaranlagen überprüft der Fachmann, ob die Kollektoren verschmutzt oder verwittert sind. Außerdem kontrolliert er die Solarflüssigkeit und deren Frost- und Korrosionsschutz. Darüber hinaus vergewissert sich der Experte, dass Umwälzpumpe, Temperaturfühler und Druckmesser einwandfrei funktionieren. Bei Bedarf entlüftet er die Kollektoren. Im Anschluss an die Inspektion erhält der Anlagenbetreiber eine Handlungsempfehlung. Ist beispielsweise eine Reinigung notwendig, fallen sowohl bei Photovoltaik- als auch bei Solarthermieanlagen Kosten von rund 2,50 Euro pro Quadratmeter an. Die Reinigung beseitigt Verkrustungen aus Vogelkot und verhindert, dass sich am Übergang zwischen Rahmen und Glas Moos ansiedelt. Müssen Kabel erneuert werden, kostet das zwischen einem und fünf Euro pro Meter. Wichtig zu wissen: Ein Wechselrichter hat in der Regel eine kürzere Lebensdauer als PV-Module. Bei der Prüfung fällt auf, wenn dieser ausgetauscht werden muss. Ein neuer Wechselrichter kostet rund 200 Euro pro Kilowatt (kW) installierter Leistung.

So bleibt die Anlage lange fit

Die Lebensdauer hochwertiger Photovoltaik- und Solarthermiesysteme liegt in der Regel bei mindestens 30 Jahren. Bei ordentlicher Pflege stehen die Chancen gut, dass die Anlage in diesem Zeitraum volle Leistung bringt. Eine Inspektion sollte einmal im Jahr gemacht werden. Bei einem Wartungsvertrag wird die Anlage alle ein bis zwei Jahre besonders gründlich kontrolliert. Um die Leitungen von Solaranlagen vor Tierverbiss zu schützen, sorgen Sie am besten dafür, dass Marder und andere Nager gar nicht erst aufs Dach gelangen. Tierfreundlicher als Marderfallen sind spezielle Vorrichtungen für Fallrohre und Dachrinnen wie Marderabwehrgürtel oder Dachrinnenbürsten. Diese machen es den Tieren unmöglich, aufs Dach zu klettern, ohne sie zu verletzen. 

Ob sich Ihr Dach für eine PV-Anlage eignet, lesen Sie hier.