Explosion am Himmel

Jedes Jahr fordern Blitze weltweit tausende Opfer und richten enorme Schäden an.

Wie die zuckenden Lichtfunken entstehen und Sie ihr Haus dagegen sichern können.

Der Vatertag war für feiernde Familien im Norden und Osten Deutschlands vor allem eins: Chaos. Denn das Wetter schlug am 10. Mai kurzerhand um. Eine Gewitterfront brachte Starkregen, Hagel und Blitzeinschläge. Die Folge: überflutete Straßen, Stromausfälle und Brände wegen Überspannungsschäden. Verletzt wurde niemand, aber viele Häuser sind nun unbewohnbar. Doch können sich Eigentümer vor der Naturgewalt „Blitz und Donner“ überhaupt schützen? Wir erklären, wie Sie Ihr Haus vor Blitzschlag sichern.

Vorsicht, heiß und voller Energie!

431.644 Blitze schlugen laut dem Siemens BlitzAtlas 2016 in Deutschland ein. Spitzenreiter unter den Bundesländern sind Nordrhein-Westfalen und Hamburg mit je 1,65 Einschlägen pro Quadratkilometer. Besonders in den Sommermonaten entladen sich oft heftige Gewitter. Feuchtwarme Luft führt zu Spannungsunterschieden in der Höhe. Das Ergebnis ist eine Art Kurzschluss zwischen Wolke und Boden: ein Blitz. Dieser hat es in sich: Der gleißend helle Lichtfunke erhitzt die Luft auf bis zu 30.000 Grad Celsius und erreicht eine Stromstärke von bis zu mehreren 100.000 Ampere. Zum Vergleich: Eine herkömmliche Steckdose kommt auf maximal 16 Ampere, bevor die Sicherung rausspringt. Das Naturspektakel am Firmament richtet enorme Zerstörungen an und gefährdet Menschen. Weltweit fordert es mehrere tausend Tote pro Jahr, schätzen Experten. Allein in Deutschland sterben im Durchschnitt vier Personen jährlich durch Blitzeinschlag. Hinzu kommen mehrere tausend Sachbeschädigungen: Blitze verursachen Stromausfälle, zerstören Elektrogeräte oder legen Kraftwerke lahm. Hausrat- und Wohngebäudeversicherer zahlten 2016 insgesamt 210 Millionen Euro für Blitz- und Überspannungsschäden in Deutschland – im Durchschnitt 700 Euro pro Schaden. Blitze haben eine gewaltige Zerstörungskraft. Durch die hohen Temperaturen entwickeln sich beim Einschlag schnell Brände. Insbesondere entzündliche Stoffen, wie etwa Holzdächer, fangen Feuer. Zudem entstehen durch die hohen Spannungen Schäden an elektrischen Geräten.

Vom Blitz getroffen? Ich doch nicht!

Denken Sie! Denn die Wahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden, ist gar nicht so gering, wie vermutet. Zumindest ist sie höher, als sechs Richtige mit Zusatzzahl im Lotto. Dort liegt die Chance bei knapp 1 zu 140 Millionen. Von einem Blitz getroffen wird jährlich einer von zwanzig Millionen Menschen. Die Gefahr, dass der Blitz im Haus einschlägt, ist entsprechend höher. Besonders stark betroffen sind Gebäude auf Erhöhungen. Schon Benjamin Franklin, der Erfinder des Blitzableiters, wusste, dass der Blitz immer an der höchsten Stelle einschlägt. Bin ich mit einem kleinen Wohnhaus also nicht betroffen? Ganz so einfach ist es nicht. Die Erfahrung zeigt, dass auch Gebäude neben Hochhäusern, Leitungsmasten oder großen Bäumen gefährdet sind. Das höhere Haus des ungeliebten Nachbarn schützt also nicht immer vor einem Blitzschlag. Hauseigentümer können anders vorsorgen – mit einer Blitzschutzanlage. Was Sie dabei beachten sollten, lesen Sie hier.


Hätten Sie’s gewusst?

  • Die Temperatur eines Blitzes beträgt bis zu 30.000 Grad Celsius.
  • Die Stromstärke eines Blitzes liegt bei bis zu mehreren 100.000 Ampere.
  • 431.644 Blitzscheinschläge gab es 2016 in Deutschland.
  • Die Bundesländer mit den meisten Blitzeinschlägen sind Nordrhein-Westfalen und Hamburg.
  • Durchschnittlich vier Personen sterben in Deutschland jährlich durch einen Blitzeinschlag.
  • Die Versicherer zahlten 2016 insgesamt 210 Millionen Euro für Blitz- und Überspannungsschäden in Deutschland.