Zu Hause ist hier

Die AVU würdigt besonderes Engagement für die Region mit der EN-Krone. Einige Preisträger stellen wir hier vor.

Nina Schülken und Johannes Dennda: Perfektes Duo

Ein Glück für die Stadt Breckerfeld, dass sie Johannes Dennda und Nina Schülken hat. Denn das Duo haucht dem kulturellen Leben und der Heimatgeschichte der Hansestadt neues Leben ein. Sie als Mitarbeiterin des Schul- und Kulturamtes und Johannes Dennda als hauptberuflicher Ehrenamtler und Enthusiast. Seit knapp zwei Jahren ist er im Ruhestand, und den nutzt er für seine Herzensangelegenheiten. Und die sind eben Kunst und Kultur. Das liebevoll gestaltete Heimatmuseum ist eine Wirkungsstätte von Johannes Dennda und Nina Schülken (Bild oben).

Am Schuhmachertisch: Nina Schülken hat zwei „Büros“: im Rathaus und im Heimatmuseum.

„Glück ist für mich, dass ich dabei helfen kann, meine Heimatstadt nach vorne zu bringen“, erzählt Dennda und leitet sofort über zu all den Attraktionen, die er mit Nina Schülken und dem aktiven Vorstandsteam des Museumsvereins realisiert. Das ist zum Beispiel ein Kulturprogramm im Heimatmuseum, das von Travestie über Kino und Lesungen bis hin zu einem Schmiede- und Tattoo-Tag reicht.

Beim Schleifen: Eigentlich ist Johannes Dennda der Pinsel lieber als ein Schleifstein. Aber für die Besucher des Heimatmuseums lässt er sich erweichen.

Auch das Gipfelkreuz, das auf dem Wengeberg gebaut werden soll, ist ein Projekt, das er mit Feuer­eifer vorantreibt. Gemeinsam mit der Gruppe „Bock auf Breckerfeld“, die aus Stadtmarketing, Heimatverein, Bürgerstiftung und Museumsverein besteht. Gibt der Kulturausschuss der Stadt sein O. K., dann soll das drei Meter hohe Kreuz aus Stahl an seinem Sockel von einem Kohlehaufen umgeben werden, der an die Tradition des Ruhrgebiets erinnert.

Zudem soll ein Skulpturenpfad vom Gipfelkreuz in die Innenstadt entstehen. „Wir hatten im 15. Jahrhundert Holzkohle und Eisen. Das haben wir nicht mehr. Aber heute haben wir Initiative und Kreativität und wollen den höchsten Punkt des Ruhrgebiets zum Touristenmagnet machen“, erklärt Dennda. Nina Schülken ergänzt: „Wir arbeiten daran, viele für Breckerfeld und auch verstärkt junge Menschen für unsere Angebote zu begeistern.“

Mehr Infos unter: www.stadtmuseum-breckerfeld.de

Michael Gleitner: Engagierter Läufer

„Es ist schon ein besonderes Event, wenn am 22. September der dritte ‚Brückenlauf‘ in Wetter stattfindet. Auf verschiedenen Strecken starten Läuferinnen und Läufer ohne und mit Behinderungen. Im letzten Jahr hatten wir insgesamt 400 Teilnehmer, darunter eben auch Behinderte, die hauptsächlich in unserer Einrichtung, der Evangelischen Stiftung Volmarstein, leben.

Es ist einfach ein schönes Miteinander. Da laufen Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung ebenso mit wie Leute mit geistiger Behinderung oder Autisten. Wir haben den Lauf ‚Brückenlauf‘ genannt, weil er einerseits über eine Brücke führt, andererseits hat der Name auch Symbolcharakter, weil wir Menschen mit und ohne Handicap miteinander verbinden möchten. Die Strecke ist für jeden gleich, wir machen da keine Unterschiede. Am Ende bekommt jeder seine Zeit und eine Urkunde, aber es gibt keine Rangordnung. Das ist uns nicht wichtig und ist auch nicht unser Ziel.

Michael Gleitner von der Evangelischen Stiftung Volmarstein organisiert den Brückenlauf in Wetter. Hier gehen behinderte und nichtbehinderte Menschen gemeinsam an den Start.

Schon einige Zeit vorher herrscht bei unseren Bewohnern eine positive Aufregung, und die Freude und das Glücksgefühl sind groß, wenn es jeder geschafft hat. Besonders schön zu beobachten ist, wenn nichtbehinderte Teilnehmer ihre Mitläufer sprichwörtlich unterstützen und unter die Arme greifen. So verstehe ich auch Inklusion auf einer solidarischen und sportlichen Ebene. Und zum guten Abschluss veranstalten wir mit der Kulturinitiative Lichtburg ein großes Fest mit vielen Attraktionen. Unter anderem tritt auch eine Band aus unserer Einrichtung auf, so schaffen wir auch noch einen musikalischen Höhepunkt.“

Stefan Kölling: Moderner Heimatpfleger

„Nächstes Jahr wird der EN-Kreis 90 Jahre alt. Das ist ein schöner Anlass darzustellen, wie vielfältig unsere Region ist. Daher arbeiten wir an einem besonderen Geschenk: einer Publikation mit dem Titel ‚90 Sachen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis‘. Wir, das sind die Kreisheimatpfleger gemeinsam mit dem Kreisarchiv, den Heimatvereinen und den Stadtarchiven der Region.

90 Jahre – 90 Sachen: Es soll eine Art Kaleidoskop entstehen, in dem sich jede Gemeinde mit zehn Besonderheiten, beispielsweise der Kluterthöhle in Ennepetal, präsentiert. Wir wollen zeigen, dass wir viel gemeinsam haben, auch wenn jede der neun Städte ihre eigene Identität hat. Denn das macht doch gerade den Charakter des Kreises aus.

Stefan Kölling ist Kreisheimatpfleger und arbeitet an der Publikation: 90 Sachen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis.

Die Publikation soll später auf Wanderausstellung gehen, auch Schulbesuche sind geplant. Wir Heimatpfleger verstehen uns übrigens nicht als altertümlich Zurückgewandte. Wir möchten einfach wieder vergegenwärtigen, welche Rituale es früher gab, wie etwa das Aufstellen des Maibaumes, was seit jeher ein besonderes Ereignis war. Außerdem wollen wir dafür sensibilisieren, wie facettenreich unsere Gegend ist, denn viele wissen gar nicht um die ‚Schätze‘ in unmittelbarer Umgebung.“