Ein echtes Glücks-Projekt

Im „ateliersieben“ kann man Kontakte knüpfen und für ein paar Stunden traumatische Erlebnisse hinter sich lassen. Wie die Frauen im Nähkurs.

Denise ist 24, alleinerziehende Mutter und sucht nach einer schweren Krankheit eine Lehrstelle. Einfach nur zu Hause sitzen, das kann sie nicht: „Ich möchte etwas tun. Mein eigenes Geld verdienen für mich und meine Kinder.“ Saskia ist Studentin, hält sich für überhaupt nicht kreativ, will es nun aber ausprobieren. Und hat richtig viel Spaß daran. Hanan ist mit ihrem Mann und den drei Kindern vor drei Jahren aus Syrien geflüchtet. Im ateliersieben näht sie Kleider für ihre Kinder, bekommt Kontakt zu anderen Frauen und lernt langsam die deutsche Sprache.

Kursleiterin ist Belkis, eine selbstbewusste kreative Frau, die 2001 vor dem Krieg in ihrer Heimat Tschetschenien floh. Belkis arbeitet ehrenamtlich, weil sie weiß, wie schwer es ist, sich als Frau in einer neuen Umgebung durchkämpfen zu müssen. Ihr Pädagogikstudium wurde in Deutschland nicht anerkannt. Das gab ihr die Chance, ihren Traum zu verwirklichen:
Modedesign. Den lebt sie nun und gibt im Nähkurs nicht nur Tipps an der Nähmaschine, sondern auch kreative Ideen mit an die Hand.

Und so könnte die Aufzählung der Kursteilnehmerinnen weitergehen. Sie alle haben ganz unterschiedliche Hintergründe, Geschichten und Beweggründe, die sie hier an den Nähmaschinen vereinen.

Integration leben und schaffen

Genau das macht die Arbeit des ateliersieben aus: Hier ist jeder willkommen. Im Nähkurs treffen sich Frauen mit Migrations- oder Flüchtlingshintergrund, alleinerziehende Mütter, Studentinnen, Frauen aus unterschiedlichen Kulturen, mit körperlichen Beeinträchtigungen oder schwerer Krankheit. Heike Philipp und Tina Grams, die beiden Gründerinnen des ateliersieben, möchten hier in Schwelm Integration leben und schaffen.

Wir möchten Frauen aus anderen Kulturkreisen erreichen, damit sie sich integrieren, unsere Sprache lernen und nicht isoliert leben. Und dabei kann uns die Unterstützung durch die EN Crowd der AVU helfen! Tina Grams (li.) und Heike Philipp arbeiten mit Leidenschaft an ihrem Projekt.

Spendenaufruf über EN Crowd der AVU

Das ateliersieben lebt von viel Leidenschaft der zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und wird mit Förder- und Spendengeldern finanziert. Doch das reicht nicht ganz aus. Daher werden jetzt Unterstützer im EN-Kreis über die neue Crowdfunding-Plattform der AVU, die EN Crowd, gesucht.

Die Idee dahinter: Global denken, regional handeln. „Wir werden teilnehmen und hoffen, 15.000 Euro von Menschen zu sammeln, die unser Projekt wertvoll finden“, sagt Tina Grams, die sich auch um die Finanzen kümmert. Mit dem Geld möchte Heike Philipp ein Jahr lang Workshops veranstalten und damit die Bildung für nachhaltige Entwicklung fördern. Kinder im Alter von 7 bis 13 Jahren aus verschiedenen Kulturen und sozialen Gesellschaftsgruppen sollen sich als Teil der Natur und Umwelt begreifen, Kreativität entwickeln und gleichzeitig lernen, Ressourcen schonend und respektvoll zu behandeln.

Die sieben Werke

Im ateliersieben geht es Heike Philipp darum, kreative Ideen
gemeinsam auf den Weg zu bringen. Dafür hat sie die sieben Werke entwickelt: das Färber-, Garten-, Näh-, Porzellan-, Seelen-, das Sprach- und Vitalwerk. „Schließlich kann der Mensch nur zufrieden leben, wenn Körper, Geist und Seele im Einklang sind“, sagt Philipp. Und genau das versucht sie in ihrem ateliersieben.

Mitten

Mitten in der Altstadt, in einem wunderschönen alten Fachwerkhaus findet man das ateliersieben. Wer mag, kommt einfach vorbei und bemalt eine Porzellantasse, stöbert im urigen Bücherraum oder nimmt an einem der Kurse oder Workshops teil.

Ob

Ob gemeinsames Musizieren..

...oder

…oder Malen…

...

… das ateliersieben verbindet.

Hier

Hier wird die Kreativität gefördert…

...und

…und allen die Möglichkeit gegeben, sich auszuprobieren.

Für

Für ein buntes Miteinander. Diese Fotos stammen von Alpha Oumar Diallo, einem Besucher des ateliersieben.


EN Crowd

Genialen Ideen und ein gemeinnützigen Projekten fehlt es oft an finanziellen Mitteln: Über www.en-crowd.de können Projektstarter ihre Idee vorstellen und treue und neue UnterstützerInnen online zum Spenden motivieren. In einem definierten Zeitraum muss dabei die Zielsumme vollständig gesammelt werden, ansonsten erhalten die SpenderInnen ihr Geld zurück.

Die EN Crowd ist die Crowdfunding-Plattform für den Ennepe-Ruhr-Kreis, unterstützt von der AVU. Hier können Vereine, Schulen, KiTas und Bürgerinitiativen innerhalb von bis zu 60 Tagen Gelder von Familie, Freunden, Mitgliedern und völlig Fremden einsammeln.